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Hemmerden


Hamarithi - Ein Name - Eine Straße - Eine Siedlung

Mit Hamarithi - Hemmerden tritt uns einer der ältesten Ortsnamen des Kreises entgegen. Die Sprachwissenschaft legt seinen Ursprung in die vorrömisch/germanische Zeit.
Von verschiedenen Deutungen des Namens scheint die von Prof. Udolph die überzeugendste. Nach ihm bedeutet Hamm (mittel-hochdeutsch Hamel) ein Hinweis auf eine die winkelförmige Siedlung an den charakteristischen Hohlwegen Hemmerdens, die durch vorzeitliche Wasserläufe entstanden.

Hamarithi wird in der Vita des Hl. Liudger, der im 9. Jahrhundert in Holzheim ein Kloster gründen wollte, erstmals urkundlich erwähnt. Im Lauf der Jahrhunderte wandelte sich Hamarithi u. a. in Hemarithiheim, Heymirde, Hemert, Hemmet und Hemot in Hemmerden.

Aber die Lage an der prähistorischen Trasse der heutigen B 1, die unseren Ort durchquert, des ältesten europäischen West/Ost – Handelsweges über Berlin und Königsberg bis Nischni Nowgorod, lässt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Besiedelung unseres Ortsbannes bereits in vorgeschichtlicher Zeit vermuten. Unterstützt wird diese Annahme durch 42 dokumentierte Bodenfunde und Bodendenkmäler von der Neusteinzeit, Hallstatt- und Römerzeit im Ortsgebiet und Umgebung bis ins frühe Mittelalter.

Vom 1. - 4. Jahrhundert bestand eine römische Siedlung zu beiden Seiten der Altwassersenke von Decker links der Straße bis Noithausen. Noch heute bringt der Pflug immer wieder römische Ziegel und Keramikscherben zu Tage.

Ein römischer Satyrkopf aus Marmor, dort gefunden, gehört zum Bestand des Rheinischen Landesmuseum in Bonn.

Sieben römische Straßen trafen sich im Ortsmittelpunkt, so dass man mit Fug und Recht von einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt bereits in den ersten Jahrhunderten nach der Zeitwende in Hemmerden sprechen darf.

Der Große Forst, der nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches im 4./5. Jahrhundert nach Verödung weiter Landstriche durch den Ansturm der Germanen aufwuchs, hat entgegen bisherigen Erkenntnissen, seinen Namen vom alten Hamarithi erhalten, das an der uralten Handelsstrasse über 2. Jahrtausende bis heute seinen Bestand hat.