Grenadiermajor

Stefan Drube


Grenadiermajor Adjutant

Andreas Koyro

 

Da die Mannschaftsdienstgrade damals keine militärähnlichen Uniformen tragen durften, marschierten die Grenadiere in ihrer üblichen Sonntagstracht auf. Neben einer weißen Paradehose bestand diese aus einem Zylinder und dem biedermeierlichen Frack, der mit der Zeit durch einen halblangen, schwarzen Geh- oder „Bratenrock“ ersetzt wurde. Ein solcher Rock wurde meist zur Hochzeit angeschafft und musste oft bis zum Lebensende halten. Nach dem ersten Weltkrieg folgte der Cutaway, auch kurz Cut genannt, der später seinerseits wiederum vom ursprünglichen Frack zurückgedrängt wurde. Bei den Offizieren setzte sich der mehr militärische Schnitt des
infanteristisch-blauen Waffenrocks durch. Dieser Waffenrock war mit Aufschlägen, Feldbinde, Dienstgradabzeichen und Epauletten, Überreste des preußischen Heeres aus dem vergangenen Jahrhundert, versehen. Hinzu kam ein federgeschmückter Zweispitz, der sogenannte „Bonaparte“, der sowohl in dernapoleonischen Armee als auch in anderen Heeren getragen wurde.

Nach Jahren mit zum Teil gewaltigen Rückschritten in der Mitgliederzahl sind die Grenadiere im Stadtgebiet wieder im Aufwind. Zum Teil schaffte man die voreilig als altmodisch abqualifizierte Traditionsuniform ab und ersetzte sie durch eine andere. Der grau-blaue Uniformrock hat den Zuschnitt der üblichen Jägerröcke. Der graue Hut gleicht ebenfalls dem der Jäger. Aber wie im Neußer Raum gang und gäbe tragen immer mehr Grenadiere wieder bzw. immer noch den mit „Spargelgrün“ verzierten Zylinder, ihre weiße Schützenhose und zum eleganten Frack Fliege und Leibbinde (Trauerbund). In Wevelinghoven steckte das Grenadierkorps den Erlös aus einem Sommerfest in neue Uniformen, damit zum Schützenfest wieder ein einheitliches Korps in „staatsem“ Frack und Zylinder aufmarschieren konnte.