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Schützenzüge


Altstädter Jäger gegr. 1932 Jägerzug "Blüh auf" Jägerzug "St. Hubertus" 1952 Regimentsfahnengruppe 1992 Sappeurcorps 1849

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Altstädter Jäger gegr. 1932

Altstädter Jäger 2004

Im Jahre 1930 übernahm ein junger Wirt mit Namen Willi Doppstadt die Gaststätte Schiffer (heute “Hill Billy”). Er übernahm im selben Jahr stellvertretend die Königswürde der Bruderschaft und erkor zur Königin Frau Therese Ritz von der Pfannenstraße. Durch den Ausbau einer Kegelbahn zog er die Jugend von der Straße in seine Gaststätte. Eines Tages nun bildete sich in vorgerückter Stunde ein Klub von Jungens, alle wohnhaft auf der Pfannenstraße. Um nun das Hemmerder Schützenfest zu bereichern, ging aus diesem
Kreis im Jahre 1932 der Altstädter Jägerzug hervor.

Schon im ersten Jahr rief der neugegründete Zug große Begeisterung in der ganzen Gemeinde hervor. Ordnung, Disziplin und Ruhe während des Zuges war vom Hauptmann jedem Mitglied eingeprägt worden. Diese drei Leitsätze haben sich bis in die heutige Zeit nicht verdrängen lassen. Durch die Begeisterung angespornt, fanden sich im Jahre 1934 insgesamt 22 aktive Jäger beisammen. Im Jahre 1935 übernahm Peter Bienefeld das Amt des Hauptmanns. Die erste Fahne des Zuges wurde 1935 vom “Braunen Jägerzug Diana” für 35 RM käuflich erworben. Sie ist bis zum heutigen Tage im Besitz des Altstädter Jägerzuges und kann auf ein stolzes, denkmalgeschütztes Alter von nunmehr 127 Jahren zurückblicken. Im Jahre 1936 erreichte der Zug die Stärke von 32 Mann (alles Pfannensträßler. Im Jahre 1939, als der Zug in voller Blüte stand, brachte der Ausbruch des unglückseligen 2. Weltkrieges aller Euphorie ein jähes Ende.

Da in der Altstadt immer großer Kindersegen herrschte, wurden dementsprechend viele zur Wehrmacht eingezogen. Alleine von der Pfannenstraße kehrten 28 junge Menschen nicht mehr nach Hause zurück. So gut wie es möglich war hielten die Altstädter auch in den Kriegsjahren untereinander Kontakt. Bei Kriegsende war jedoch kaum einer von ihnen zu Hause. So nach und nach fand sich einer nach dem anderen in der Heimat wieder ein. Nach der Währungsreform wurde erstmals 1948 wieder ein Schützenfest gefeiert und die im Jahre 1949 stattgefundene 600-Jahrfeier der Bruderschaft fand noch ohne den Altstädter Jägerzug statt.

Im Jahre 1939, beim letzten Schützenfest vor dem Kriege, führte Hubert Holtz den Zug. Nach dem Krieg übernahm Josef Holtz die Zugführung.

Im Jahre 1950 wurde beschlossen, dass auch Jungen anderer Straßen aktiv am Zug teilnehmen können. Am 6.5.1951 war es soweit, dass das traditionsreiche Hemmerdener Regiment wieder um einen Zug reicher wurde. Der bis dahin noch ruhende Altstädter Jägerzug wurde wiedergegründet. Die Stimmung war ganz ordentlich, als man vor der Gaststätte “Doppstadt” zur Uraufführung antrat. Mit Gesang zog man durchs Dorf und immer wieder hallte der Schlachtruf dieses Abends - Hurra, hurra, der Altstädter Jägerzug ist wieder da - durch Hemmerdens Straßen.

Beim Schützenfest 1957 wurde das 25-jährige Bestehen des Zuges gefeiert. Den Anfang der Altstadtstraße (Pfannenstraße) zierte ein riesiger Triumphbogen. Hauptmann Josef Holtz bekam als Zuggeschenk einen Degen überreicht, den heute sein Sohn Peter als Jägermajor in Ehren trägt.

Beim Vogelschuss der Bruderschaft im Jahre 1960 errang das passive Mitglied Heinrich Schumacher die Königswürde und erkor den Altstädter Jägerzug als Königszug.

Auf der Versammlung am Neujahrstag 1961 wurde die Anschaffung einer neuen Fahne beschlossen. Durch den großen Opfergeist der passiven und aktiven Mitglieder des Zuges hatte man die erforderlichen 1.400,00 DM schnell zusammen. Am 11. Juni 1961 konnte Pfarrer Scheider die Weihe der neuen Fahne vornehmen. Im selben Jahr wurde das passive Mitglied Franz Erdwey König und Repräsentant der Bruderschaft. Auch diesmal fungierten die Altstädter als Königszug, ebenso wie im Jahre 1966, als der ehemalige Amtsdirektor Peter Schmitz Bruderschaftskönig wurde.

Beim Königsvogelschuß der Bruderschaft am 25. Mai 1967 holte Hauptmann Josef Holtz unter dem Jubel aller Anwesenden, insbesondere aber seiner Zugkameraden, den hölzernen Vogel von der Stange. Am 13.8.1967 errang er in Belmen die Königswürde des Bezirkes Grevenbroich und nahm am 16. und 17.9.1967 am Bundeskönigsschießen in Cloppenburg teil.

Im Jahre 1969 beschloss man sich eine zugeigene Uniform anzuschaffen. Diese konnten die Altstädter Jäger erstmals beim Schützenfest 1970 präsentieren. Beim traditionellen Frühschoppen beim Hauptmann wurde es in diesem Jahre so toll getrieben, dass man aus der Küche den Mittagsbraten stibitzte und sich diesen gut munden ließ. Abends im Zelt trieb man es noch toller. Unter Mitwirkung einiger Hubertusschützen wurde ein Fass Bierentwendet und der Frühschoppen am anderen Morgen war einmal mehr gerettet.

Am 27.9.1971 verstarb nach langer Krankheit der Gründer des Zuges, Willi Doppstadt. Auf der Patronatsversammlung der Bruderschaft am 20. Januar 1973 stellte sich der langjährige Hauptmann Josef Holtz der Verantwortung und ließ sich zum Jägermajor und 2. Vorsitzenden der Bruderschaft wählen. Den Posten des Hauptmanns übernahm Hans Schlangen, der Josef Holtz in seiner Amtszeit als Flügelleutnant treu zur Seite stand.

Im Jahre 1977 wurden große Ereignisse gefeiert. Zum einen erreichte mit Herbert Holtz wieder einmal ein Altstädter Jäger beim Vogelschuss am Fronleichnamstage die höchste Krone der Bruderschaft, er errang die Königswürde für das Jahr 1977/78.

Im gleichen Jahr fand erstmalig in Hemmerden ein Karnevalsumzug statt. Begonnen hatte alles anlässlich des Kameradschaftsabends der Altstädter im Januar 1977. Dort kamen einige Damen und Herren, allen voran der unvergessliche Hans Schlangen, auf die Idee einen Umzug am Fastnachtssonntag “us Jeckerei un vür de Freud” durchzuführen. Gesagt, getan. Eine Kiste Apfelsinen, eine Salami und eine Flasche Jägermeister, dass war die Marschverpflegung für den allerersten Umzug. Die Musik wurde noch selbst gemacht. Erich Bludau bediente die Trommel und Martin Brock das Akkordeon. Ein Umzug bunter und stimmungsvoller als der andere schloss sich in den nächsten Jahren an. Bis zum heutigen Tage konnten keine widrigen Umstände dem Beliebtheitsgrad des Karnevalsumzuges etwas anhaben.

Am Fronleichnamstag, im Jahre 1981 gab es wieder allen Grund zum Jubeln, denn mit Heinz Koch war wieder einmal ein junger Altstädter an der Vogelstange erfolgreich und konnte sich als König und Repräsentant in die Analen der Bruderschaft einreihen. Im selben Jahr 1981 errang er auch die Würde des Bezirkskönigs und nahm in Koblenz am Bundeskönigsschießen teil. Seine Regierungszeit reichte bis zum Schützenfest 1982, als der Altstädter Jägerzug auf ein 50jähriges Zugbestehen zurückblicken konnte, welches einmal mehr zünftig und rauschend mit dem gesamten Regiment am Schützenfestsonntagnachmittag bei Schlangens “auf´m Hof” gefeiert wurde.

Im Jahre 1983 legte der damalige Jägermajor und 2. Vorsitzende der Bruderschaft, Josef Holtz, bekanntermaßen auch 22 Jahre Hauptmann der Altstadt, seine Bruderschaftsämter aus gesundheitlichen Gründen nieder.

Im Jahre 1984 vollzog sich ein Generationswechsel innerhalb der Altstadt. Die jüngere Generation wurde gefordert und Hauptmann Hans Schlangen übergab die Amtsgeschäfte in jüngere Hände. Heinz Koch führte von nun an die Geschicke des Altstädter Jägerzuges.

Am Fronleichnamstag 1986 war es Zugmitglied Bert Hurtz, der sich bis zum bitteren Ende an der Vogelstange tummelte, dem überaus zähen Vogelvieh aus Holz mit dem Schrotgewehr den Garaus machte und sich als König der Bruderschaft in die Analen derselben eintragen konnte. Auch er errang die Würde des Bezirkskönigs und nahm im gleichen Jahr am Bundeskönigsschießen in Mönchengladbach teil.

Am 9. Juli 1988 erreichte die Altstädter die Nachricht vom Tode ihres langjährigen Hauptmanns sowie Ehrenjägermajors Josef Holtz. Erschüttert nahm die Altstadt Abschied nicht nur von einer Führungspersönlichkeit, sondern auch von einem väterlichen Freund, der gerade nach dem Kriege großen Anteil am Wiederaufleben des Zuges und darüber hinaus am gesamten Schützenwesen der Bruderschaft in Hemmerden hatte.

Im Jahre 1992 konnten die Altstädter Jäger auf eine 60-jährige Tradition zurückblicken. Auch zu diesem Anlaß feierte der Zug mit dem gesamten Hemmerdener Regiment und Hauptmann Heinz Koch konnte eine große Gratulantenschar auf dem Schnitzlerplatz bei “Schiffers Kobes” willkommen heißen und begrüßen.

Am 30.07.1992 erreichte die Altstädter die Nachricht vom plötzlichen Tode des langjährigen Hauptmanns Hans Schlangen. Getragen von sechs Altstädtern, wurde er wenige Tage nach seinem Tode zu seiner letzten Ruhestätte geleitet.

Auf der Patronatsversammlung der Bruderschaft im Januar 1993 wurde Bert Hurtz zum Jägermajor gewählt.

1995 übergab Hauptmann Heinz Koch sein Amt an seinen langjährigen Oberleutnant Andreas Schiffer. Auch Heinz Koch stellte sich der Herausforderung von Seiten der Bruderschaft und wurde im März 1997 zum 1. Vorsitzenden der Sebastianer gewählt.

Durch den allzu frühen Tod des Zugkameraden Bert Hurtz am 1. Tag des neuen Jahres 1998 entstand eine große Lücke. Neben seiner Verantwortung als Jägermajor und 2. Vorsitzender war er durch seinen Einsatz und seine persönlich eingeführte Note innerhalb des Altstädter Jägerzuges allseits beliebt.

Zum Schützenfest 1998 übernahm der bisherige Jägermajoradjutant Peter Holtz das Amt des Jägermajors im Hemmerdener Regiment.

Seit 1952 baut der Altstädter Jägerzug in ununterbrochener Reihenfolge eine Großfackel mit welcher immer wieder beim Fackelzug am Schützenfestsamstag geglänzt wurde.

Eine lange Tradition hat das jährliche Setzen des Maibaumes bei den Altstädtern, das bereits seit über 50 Jahren bei „Viete“ auf der Pfannenstraße durchgeführt wird.

Im Milleniumsjahr war es Hermann-Josef Koch, Altstädter Jäger und seit 2001 Rendant der Bruderschaft, der erfolgreich den Vogel von der Stange holte und als neuer König der Bruderschaft gekrönt wurde.

Regimentsauflösung 2004

Mit Peter Holtz ist es bereits der zehnte König, der aus den Reihen des Altstädter Jägerzuges hervorgeht und er ist gleichzeitig der zehnte Bezirkskönig im Bezirksverband Grevenbroich/Mitte.